Digitale Vertreterversammlung

Stabilität auch in der Krise / Zweite digitale Vertreterversammlung unter Corona-Bedingungen

Aufgrund der anhaltenden Situation rund um die Corona-Pandemie haben sich der Aufsichtsrat und Vorstand der Volksbank Vechta auch in diesem Jahr für eine digitale Vertreterversammlung ausgesprochen. Im Rahmen seiner Begrüßung erläuterte Ludger Wessel als Vorsitzender des Aufsichtsrates die Vorgehensweise für das Online-Format. Wie bereits im letzten Jahr wurden zu den einzelnen Tagesordnungspunkten Videobeiträge von Aufsichtsrat und Vorstand aufgezeichnet.

Vorstandssprecher Dr. Martin Kühling ging zu Beginn seines Vortrages auf die weltwirtschaftliche Entwicklung ein und sprach über die aktuelle Situation und die Folgen rund um die Corona-Pandemie. In diesem Zusammenhang berichtete er von einem Paradigmenwechsel im Zahlungsverhalten. „Während das Verhältnis von bargeldlosen und Bar-Zahlungen vor Corona circa ausgeglichen war, hat sich dieses Verhältnis in der Pandemie stark zu Gunsten bargeldloser Bezahlmethoden verschoben. Inwieweit diese Entwicklung nach der Pandemie anhält, bleibt abzuwarten“, so Dr. Kühling. Die Förderbilanz der Volksbank Vechta war ebenfalls Gegenstand des Vortrages. Das Spendenvolumen an gemeinnützige Vereine und Institutionen in der Region belief sich in 2020 auf rund 133.000 Euro. Die kommunalen Finanzen profitierten von Steuerleistungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Höhe von 2,1 Mio. €. Mit ihrer Kaufkraft aus Nettogehältern von 9,8 Mio. € stärkten sie damit die heimische Wirtschaft. Die Volksbank Vechta bleibt somit ein verlässlicher Förderer und Steuerzahler in der Region.

Vorstandsmitglied Herbert Hermes schilderte in seinem Videobeitrag das zurückliegende, durch die Pandemie geprägte Geschäftsjahr und betont das außerordentliche Engagement der MitarbeiterInnen und Mitarbeiter: „Alle haben die Ärmel hochgekrempelt, um gemeinsam mit unseren Kunden die Herausforderung anzunehmen, die Chancen zu erkennen und die Zukunft aktiv zu gestalten. Die Arbeit hat Früchte getragen“, so Hermes, der dies im Anschluss anhand der Geschäftszahlen für das Jahr 2020 verdeutlichte: Die Bilanzsumme stieg demnach deutlich um 198 Mio. auf nunmehr 1.433 Mio. Euro an (+ 16,0 %). Getragen wurde das Wachstum vom Kundengeschäft: Die Kundenkredite erhöhten sich um 114 Mio. auf 1.002 Mio. Euro (+ 12,8 %), die Einlagen der Kunden stiegen noch deutlicher um 153 Mio. auf 1.048 Mio. Euro (+ 17,1 %). Das betreute Kundenvolumen insgesamt – als Summe der Kundenkredite, der Kundeneinlagen
und des vermittelten Volumens in der genossenschaftlichen Finanzgruppe - beträgt mittlerweile über 2,8 Mrd. Euro (+ 13,9 %). „Die deutlichen Wachstumsraten sowohl bei den Kundenkrediten als auch bei den Kundeneinlagen sowie eine stetig steigende Kunden- und Mitgliederzahl bestätigen das Geschäftsmodell und unterstreichen die Bedeutung der Volksbank Vechta als wichtiger Stabilitätsanker in der Region – auch in Zeiten der Corona-Pandemie“, so der Vorstand.

Auch wenn die Auswirkungen der Pandemie in diesem Jahr in der Risikovorsorge zu spüren sind, hat sich die Bank in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld erfolgreich behauptet. Die Ertragslage konnte stabil gehalten und die Eigenmittel dem Geschäftswachstum entsprechend weiter gestärkt werden.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Ludger Wessel brachte im Anschluss an den Bericht des Vorstandes weitere wichtige Tagesordnungspunkte in Form von Videobeiträgen vor. So wurde im weiteren Verlauf der Veranstaltung der Verwendung des Jahresüberschusses und damit der Zahlung einer Dividende von 6 % je Geschäftsanteil seitens der Vertreter zugestimmt. Nachdem im letzten Jahr ein faktisches Dividendenverbot der Bankenaufsicht BaFin erlassen wurde, wird in diesem Jahr eine Dividendenzahlung seitens der Aufsicht toleriert, sofern die Bank über eine nachhaltige positive Ertragsprognose verfügt. Die Volksbank Vechta erfüllt diese Voraussetzungen der BaFin, sodass im Nachgang zur Vertreterversammlung über 680.000 Euro Dividende an die Mitglieder geflossen sind.

Die turnusmäßig aus dem Aufsichtsrat ausscheidenden Mitglieder André Meyer (Geschäftsgebiet Twistringen) und Otto Themann (Geschäftsgebiet Lutten) wurden in das Gremium wiedergewählt. Das ebenfalls ausscheidende Mitglied Karl-Heinz Borchers (Geschäftsgebiet Goldenstedt) konnte wegen Erreichen der Altersgrenze nicht wiedergewählt werden. Herr Borchers war über 22 Jahre erfolgreich im Aufsichtsrat der Volksbank Vechta tätig. Für ihn erfolgte eine Neuwahl: Petra Borchers, ebenfalls gebürtig aus Goldenstedt, wurde neu in das Gremium aufgenommen.

Zum Abschluss der diesjährigen Präsenzveranstaltung wäre Herr Borchers für seine langjährige erfolgreiche Tätigkeit im Aufsichtsrat mit der Ehrenurkunde sowie der Ehrennadel des Genossenschaftsverbandes Weser-Ems e.V. in Silber ausgezeichnet worden. Die Übergabe wird auf die nächste persönliche Vertreterversammlung verschoben. „Wir erachten dies als beste Lösung, um das große Engagement von Herrn Borchers angemessen würdigen zu können.“, so Ludger Wessel, Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank Vechta.

Auch wenn das digitale Format in Zeiten der Corona-Pandemie eine sehr gute Alternative darstellt, blicken Vorstand und Aufsichtsrat optimistisch in die Zukunft und freuen sich auf ein alt bewährtes persönliches Zusammentreffen mit den Vertreterinnen und Vertretern im nächsten Jahr.

v.l.n.r.: Herbert Hermes, Ludger Wessel, Dr. Martin Kühling